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ein fotografisches Projekt –
Puro, das heisst im Spanischen Zigarre. Aber auch „echt“.
Puro, das ist ein Synonym für Cubanische Zigarren. In der Zigarre
findet Cuba seine nationale Identität, sie ist Kult und Kommerz
zugleich. Sie ist ein kultureller Bestandteil. Und sie strahlte
stets und tut dies heute noch grösste Anziehungskraft
aus auf Intellektuelle, Literaten, Musiker und Abenteurer aus aller
Welt.
Das Rauchen einer Zigarre und die Beschäftigung mit dem Tabak
zieht sich wie ein Mythos durch alle Schichten der cubanischen Gesellschaft.
Heute gibt es (noch) eine Generation älterer Frauen und Männer,
die bis in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts hinein diese
lange Tradition repräsentieren. Es sind die „Gesichter
Cubas“, in denen sich der Schmelztiegel vieler Nationalitäten
direkt und ungeschminkt zeigt.
Das ist Cuba „puro“.
Diesen Geist Cubas habe ich fotografisch eingefangen. Dazu recherchierte
ich mit mit Hilfe cubanischer Freunde Frauen und Männer, die
sich seit langem mit der Tradition des Tabaks und der Zigarre beschäftigen
– das sind Bauern und Zigarrendreher, Lokomotivführer
und Musiker, Literaten und Händler. Sie repräsentieren
Tradition und Mythos, sind aber auch ein Spiegel der gegenwärtigen
cubanischen Gesellschaft.
Diese sorgfältig ausgewählten Menschen wurden von mir
direkt, ungeschminkt und ungekünstelt fotografiert. Sie schauen
in die Kamera und nehmen mit ihren Augen Kontakt auf mit dem Betrachter.
Die Aufnahmen sind schwarz/weiss und werden überlebensgross
vergrössert. Auf Fotopapier abgezogen sollen sie frei
– wie Tabakblätter – im Ausstellungsraum schweben.
In diesem unmittelbaren Kontakt zwischen Betrachter und Fotografie
wird über die Physiognomie der fotografierten Menschen ihre
individuelle Geschichte aber auch das gemeinsame „cubanische“
ablesbar werden.
Diese Fotoserie ist ein Enzyklopädie der Cubaner, die zeigt, wie sich im Foto der Geist
einer Gesellschaft und seiner Menschen spiegeln kann.
Das Projekt umfasst ca. 35 schwarz-weiss Aufnahmen, die im Negativ-Format
8x10" hergestellt und im Format von ca. 200x120 cm auf Barythpapier
vergrössert wurden.
Joop Greypink, lebt und arbeitet in Düsseldorf.
greypink@puros-project.org
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